Linus Geschke: Und am Morgen waren sie tot

Linus Geschke-Und am Morgen waren sie tot

Oktober 1997: Zwei junge Pärchen zelten im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Zwei Tage später wird eines der Paare tot im Wald gefunden, das andere bleibt verschwunden. Gegenwart: Der Kölner Reporter Jan Römer berichtet in der Rubrik »Ungelöste Kriminalfälle« über die Morde. Was geschah in jener Nacht in den Ardennen? Fiel das zweite Paar demselben Täter zum Opfer, oder brachten sie selbst ihre Freunde um und tauchten nach der Tat unter? Gemeinsam mit seiner besten Freundin Mütze beginnt Jan Römer zu ermitteln — und sticht in ein Wespennest … Quelle

Der Kriminalroman „Und am Morgen waren sie tot“ von Linus Geschke erschien im März 2016 beim Ullstein Verlag.

„Und am Morgen waren sie tot“ ist Band 2 der Jan Römer-Reihe, da die Handlung der Kriminalromane jedoch abgeschlossen ist, kann Band 2 unabhängig von Band 1 gelesen werden. Für mich ist „Und am Morgen waren sie tot“ das erste Buch, das ich von Linus Geschke gelesen habe.

Als ich den Titel gekauft habe, hätte ich nicht damit gerechnet, dass er so tiefgründig ist und vor allem nicht, dass er mir so gut gefällt.

„In den Medien werden diese Menschen dann häufig als Verkörperung des Bösen bezeichnet. […] Sie haben die Finsternis wie einen Parasiten in sich getragen und ungestört groß werden lassen, bis dieser nach Nahrung schreien an die Oberfläche drang, die Herrschaft über seinen Wirtskörper übernahm und menschliche Monster schuf.“ S. 7

Die ersten Seiten des Buches bereiten dem Leser einen spannenden Einstieg in die Handlung. Ein Ausschnitt der Ereignisse der Nacht im Oktober 1997 wird wiedergegeben. Nach wenigen Seiten wechseln dann Zeit, Ort und Perspektive: Jan Römer, Journalist des Kölner Nachrichtenmagazin „Die Reporter“, schreibt einen Bericht über die Eifelmorde, die sich im Oktober 1997 zutrugen, und beginnt zu ermitteln, was damals wirklich geschah.

Sowohl Jan Römer als auch seine beste Freundin und ehemalige Kollegin Stefanie Schneider, genannt Mütze, waren mir von vorneherein unheimlich sympathisch. Linus Geschke schafft es durch seinen unglaublichen Schreibstil die Charaktere des Kriminalromans so authentisch, lebendig und real wirken zu lassen, dass ich immer wieder erschrocken war – im positiven Sinne – und viele Passagen doppelt und dreifach gelesen habe. Der Wortwitz einzelner Charaktere hat mich regelmäßig zum Schmunzeln gebracht. Für mich steht und fällt ein guter Krimi mit sein Ermittlerteam.

Aber nicht nur die Charaktere, sondern auch die Handlung empfand ich als sehr gelungen. Gerade gegen Ende treten einige Wendungen und eine unfassbare Tiefgründigkeit ein, die ich nicht vermutet hätte. Linus Geschke hat in dem Krimi Realität und Fiktion zu einer spannenden Geschichte verschmelzen lassen.

Zum Glück ist Band 3 der Jan Römer Reihe gerade erschien – „Das Lied der toten Mädchen“ – sodass ich direkt „weiterlesen“ kann.