Liane Moriarty: Tausend kleine Lügen

Tausend kleine Lügen

Jane flieht vor ihrer Vergangenheit. Seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren hat sie es nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und scheint endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der schönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Als bei einem Elternschulfest ein Mann tödlich verunglückt, bezweifeln einige, dass es ein Unfall war … Quelle

Der Roman „Tausend kleine Lügen“ von Liane Moriarty erschien im August 2017 beim Bastei Lübbe Verlag. Vielen Dank an Netgalley und den Bastei Lübbe Verlag, die mir das eBook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Nachdem ich letztens die Serie Big Litttle Lies, die momentan bei VOX läuft, weggeatmet habe, wollte ich unbedingt auch die Buchvorlage lesen. Die Serie hat mir einfach unheimlich gut gefallen. Von Folge zu Folge kommen immer mehr Lügen und Geheimnisse ans Licht, durch das rasante Tempo und einige schockierende Ereignisse saß ich wie gelähmt vor dem Fernseher. Da mir die Serie so gut gefallen hat, hab ich mich mit dem Buch etwas schwer getan, das zwar nur wenige zusätzliche Details enthält, aber halt dennoch anders ist.

Das Buch beginnt sozusagen mit dem Ende. Aufgebrachte Eltern, Schreie und Gekreische – davon wird eine Nachbarin der Pirriwee Public School aus ihrem Sessel hochgeschreckt.  An der Pirriwee Public School fand an diesem Abend eine Quizveranstaltung für die Eltern statt.
Zum Ende eines jeden Kapitels findet immer eine kurze „Verhörszene“ statt. Verschiedene Charaktere, bei denen es mir teilweise schwer fiel, sie zu identifizieren, geben Statements zu einer bestimmten Situation ab. Der Leser weiß jedoch nicht genau worüber gesprochen wird, es lässt sich nur erahnen, dass irgendetwas vorgefallen sein muss. Diese Szenen ergeben erst nach und nach Sinn und verleihen der ganzen Handlung etwas mysteriöses und besonderes. Ab dem zweiten Kapitel läuft die Zeit rückwärts. Die Handlung startet „Sechs Monate vor dem Quizabend“. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die drei Freundinnen und Mütter Jane, Madeline und Celeste, deren Kinder auf der Pirriwee Public School eingeschult werden. Alle drei haben so ihre Problemchen und Geheimnisse, die eine größere, die andere kleinere, die nach und nach an die Oberfläche befördert werden. Auch an ihren Kindern ziehen diese Geheimnisse nicht spurlos vorbei und bringen einen Stein ins Rollen.

Insgesamt ist die Serie sehr nah an dem Buch dran. Teilweise wurden Dialoge Wort für Wort übernommen. Allerdings gibt es dennoch kleine aber feine Unterschiede, so wurden z.B. manche Charaktere nicht in die Serie aufgenommen. Zudem liefert das Buch für manche Situationen noch mal eine Erklärung. Der Schreibstil des Buches als auch der Aufbau haben mir gut gefallen, allerdings konnte es mich irgendwie nicht vollständig überzeugen. Deshalb habe ich das Buch nach der Hälfte abgebrochen und werde ihm in ein paar Monaten, wenn die Eindrücke der Serie etwas verblasst sind, noch mal eine Chance geben. Denn ich gehe davon aus, dass das Buch mindestens genauso großartig ist, wie die Serie – wenn nicht sogar besser.

Tausend kleine Lügen von Liane Moriarty
Bastei Lübbe
495 Seiten
ISBN: 978-3-404-17543-7