Nicci French: Blauer Montag

Nicci French-Blauer Montag

Als der 5-jährige Matthew verschwindet, geht ein Aufschrei durch London. In den Zeitungen erscheint sein Bild – und die Psychotherapeutin Frieda Klein kann es nicht fassen: Matthew gleicht bis ins Detail dem Wunschkind eines verzweifelten kinderlosen Patienten von ihr. Ist dieser Mann ein brutaler Psychopath? Warum hat sie das als Therapeutin nicht schon vorher bemerkt? Zusammen mit Inspector Karlsson stößt Frieda auf Parallelen zum Verschwinden eines Mädchens vor mehr als zwanzig Jahren. Mit höchst eigenwilligen Mitteln kommt Frieda dem Entführer sehr nahe. Doch dann beginnt eine Jagd gegen die Zeit …Quelle

Der Thriller „Blauer Montag“ wurde neu aufgelegt und erschien im Juli 2018 beim Penguin Verlag. Vielen Dank an das Bloggerportal und den Penguin Verlag, die mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Der Thriller „Blauer Montag“ ist der Auftakt der Frieda Klein-Reihe. Bei dieser Reihe empfiehlt es sich, die Bücher der Reihenfolge nach zu lesen. Die richtige Reihenfolge findet ihr hier.

Von dem Cover und den coolen Titeln dieser Reihe verleitet, las ich dieses als Thriller deklarierte Buch. Den Prolog der Geschichte fand ich richtig gut, „kurz und knapp“ wird das Verschwinden eines kleinen Mädchens geschildert. Der Hauptteil des Buches hat mich dann leider nicht mehr so gefesselt, da Nicci French ein „riesiges“ Handlungsgerüst aufbaut. Sie führt viele Charaktere und Handlungsstränge ein, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben und so dauert es über 100 Seiten, bis überhaupt die auf den Klappentext beschriebene Handlung einsetzt.

Die zusätzlichen Charaktere und Handlungsstränge spielen erst in den nachfolgenden Büchern eine entscheidende Rolle, wie sich bereits auf den Klappentexten nachlesen lässt. In diesem Buch entstehen aber ziemlich viele Längen durch die zusätzlichen Charaktere und lassen die Spannung auf der Strecke zurück. So wird zum Beispiel ein Bauarbeiter, der durch die Decke der Praxisräume von Frieda Klein fällt, ein häufig auftauchender aber nebensächlicher Bestandteil des Buches. Genauso wie die Schwester und Nichte von Frieda, die regelmäßig kurz davor sind, sich die Köpfe einzuschlagen.

Ich bin immer ein großer Fan davon, wenn ein Buch direkt zur Sache kommt und es möglichst wenige Längen gibt. Gerade von einem Thriller erwarte ich keine „vor sich hinplätschernde Geschichte“, die irgendwann mal in die Gänge kommt. Auch wenn die zusätzlichen Charaktere und Handlungsstränge nicht unsympathisch oder langweilig waren, hatte ich mir wirklich mehr versprochen von diesem Thriller, der wohl eher in die Kategorie Kriminalroman gehört. Spannend war das Buch für mich nur an ein oder zwei Stellen. Alles in allem ein solider Krimi, ohne großen Spannungsbogen.

Blauer Montag von Nicci French
Penguin Verlag
480 Seiten
ISBN: 978-3-328-10245-8
10,00 € [D]